Event

Dem Abschlussevent des Projekts solo 2070 wurde von Anfang an eine besondere Stellung innerhalb des Gesamtkonzepts eingeräumt. Die Veranstaltung selbst sollte einen besonderen Charakter erhalten und nicht nur zur reinen Präsentation medialer Arbeiten dienen. Die Absicht war es den Abend voll und ganz in den Kontext des erarbeiteten Gesellschaftsbilds zu stellen und ihm somit auch auf inhaltlicher Ebene eine übergeordnete Stellung zuteil werden zu lassen.

Der Gast soll nicht nur eine vage Vorstellung unserer Zukunftsvision vermittelt bekommen, sondern mithilfe eines Rahmenprogramms ganz in die Erfahrung eintauchen – als ideales Ziel gilt die höchstmögliche Immersion, das Eintauchen in eine fiktionale Realität.

Um den Besucher nicht zu überfordern, musste ein Weg gefunden werden diesen Übergang zwischen tatsächlicher Gegenwart und erdachter Utopie zu vermitteln. Die Anmoderation des Abends dient in diesem Zusammenhang als Einstimmung. In der Rede verschmelzen Realität und Fiktion: Die Gäste befinden sich in „Wahrheit“ bei den Eröffnungsfeierlichkeiten einer Ausstellung des Studiengangs „Digitale Künste“ der erneut ins Leben gerufenen Dualen Hochschule Mannheim. Auf dieser präsentiert der erste Absolventenjahrgang seit Jahrzehnten seine Abschlussarbeiten.

Die Studenten stellen darin künstlerisch die Entwicklung dar, die die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zunehmend lähmte und schließlich zur Desintegration des öffentlichen Lebens und gemeinschaftlichen Miteinanders führte. Da sie zu den ersten Neugeborenen nach der Großen Wende 2070 gehören, haben sie ein ganz besonderes Verhältnis zur Vergangenheit, jeder ihrer Lebensläufe ist wesentlich geprägt durch die Geschichte und die gesellschaftlichen Verhältnisse, die vor ihrer Geburt herrschten. Aus diesem Grund entschieden sie sich bei der Themenwahl für eine historische Materie und entwickelten diese multimediale Ausstellung. In dieser setzen sie sich reflektierend mit den Aspekten der inzwischen überwundenen Einzelgängergesellschaft – umgangssprachlich nur noch als Solo-Gesellschaft oder kurz solo bekannt – auseinander.

Eine Theaterbühne, auf der täglich fiktive Welten entstehen, stellt einen idealen Raum für die Inszenierung dieser halb-imaginären Vernissage dar. Das Studio Werkhaus verstärkt diesen Effekt dank seines ganz besonderen Flairs.