Projekt

Ein Musikelement, Einsamkeit, eine norwegische Getränkemarke, Singlesein, eine indonesische Stadt, Han Solo – und dies sind nur einige wenige Assoziationen, die sich mit dem Begriff „solo“ verbinden lassen.

Bereits bei der Ankündigung, dass diese vier Buchstaben die einzige explizite Vor­gabe für unser Medienprojekt sei, war uns bewusst: die Ansätze und Interpretationsmöglichkeiten sind unüberschaubar.

In der folgenden, scheinbar endlosen, Kreativphase drehten sich die Diskus­sionen schwerpunktmäßig um Themen wie Einsamkeit, Isolation und Selbstmord oder die vielzitierte Versingelung der Gesellschaft – ein Begriff, der sich mittlerweile sogar im Duden finden lässt.

Auch Geschichten von Alten und Kranken, die unbemerkt von ihrer unmittelbaren Umwelt verstarben und erst Wochen oder Monate nach ihrem Ableben aufgefunden wurden, sowie die sich häufenden Berichte über jugendliche Gewalttaten flossen in den gedanklichen Entwicklungsprozess mit ein.

Schließlich kristallisierte sich heraus, auf ein einzelnes Thema konnte und wollte man sich nicht beschränken, ein multilateraler Ansatz musste her. Ein Konsens bestand anfänglich nur darin, dass das Projekt einen sozialkritischen Anstrich bekommen sollte – wie es sich für ordentliche Studienprojekte schließlich gehört.

Über die Idee eine Doku-Fiction zu drehen ergab sich schließlich der Entschluss zu einer „rückblickenden Betrachtung der Zukunft“. Aktuelle gesellschaftliche Tendenzen wie der berüchtigte demographische Wandel oder der – häufig mit dem Untergang des Abendlandes assoziierte – Verfall familiärer Strukturen sollten fiktiv in aller Konsequenz bis ins Jahr 2070 fortgesetzt und retrospektiv betrachtet werden.

Als Leitgedanke des Konzepts gilt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind unwiderlegbar miteinander verflochten. Die Zukunft wird determiniert durch die Gegenwart, Trends, die sich heute erkennen lassen, definieren das Morgen. Ebenso stellt das aktuelle Geschehen nicht mehr und nicht weniger als die logische Folge vergangener Handlungen dar. Morgen war heute ist gestern...