Leistungsdruck

過労死  –  Über-Arbeiten-Tod

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karoshi – eine Bezeichnung aus dem Japanischen für den Tod durch Überarbeitung, meist ausgelöst durch stressinduzierte Infarkte oder Schlaganfälle. Erstmalig dokumentiert wurde ein Fall von Karoshi im Jahre 1969, als ein 29-Jähriger an seinem Arbeitsplatz tot zusammenbrach.

Während das heute gängige Bild des Workaholic einen Menschen beschreibt, der sich zwanghaft seiner Arbeit widmet und sein soziales Umfeld vernachlässigt, ist der Mensch in der Mitte des 21. Jahrhunderts eine weitgehend sozial isolierte Persönlichkeit. Er ist soweit abgestumpft, dass er sich, seinem subjektiven Empfinden nach, von seinen Aufgaben nicht überfordert fühlt. Die kompromisslose Fixierung auf seine Arbeit treibt ihn dabei aber weiter in die Isolation.

Verschiedene Phänomene der weit verbreiteten Arbeitssucht wie Angstzustände, Unflexibilität und mangelnde Spontanität sind bei ihm stark ausgeprägt, werden jedoch von Seiten der Gesellschaft ignoriert.

Stattdessen wird unermüdliches Streben nach Erfolg von der Gesellschaft positiv sanktioniert. Es besteht breiter Konsens darüber, dass das Erreichen von Zufriedenheit allein durch Selbständigkeit und persönliche Unabhängigkeit möglich ist.

Dank einiger weniger Fortschritte in der medizinischen Forschung ist es möglich geworden, auch im hohen Alter Karoshi unter anderem mithilfe verschiedener Stress-Inhibitoren vollkommen zu verhindern. Die Menschen können so ihr Leistungspensum stetig steigern ohne imminente gesundheitliche Schäden zu riskieren.

Die Frage, ob ein Leben, das sich nur noch um die Arbeit dreht, im Grunde noch als solches bezeichnet werden kann, ob der Mensch dadurch nicht letztlich seine Menschlichkeit verliert, sie stellt sich nur Wenigen. Selbst diese Wenigen widmen sich alsbald wieder ausschließlich ihren beruflichen Pflichten.