Demographischer Wandel

Apokalyptische Alterung

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Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts warnten Forscher vor dem demographischen Wandel und seinen Folgen für die Zukunft. Die kontinuierlich steigende durchschnittliche Lebenserwartung führte dazu, dass immer größere Teile der Bevölkerung durch Krankheit und Alter pflegebedürftig wurden. Das Verhältnis derer, die auf Hilfe angewiesen sind, und derer, die diese Hilfe leisten konnten, verschob sich zunehmend.

Mit der Modernisierung der sozialen Sicherungssysteme in den 1970er Jahren wurde dieser Trend auf dramatische Weise verstärkt. In der Euphorie darüber, einen heilsbringenden Wohlfahrtsstaat etabliert zu haben, wurden die wenigen warnenden Stimmen als unsozial gebrandmarkt und alsbald zum Verstummen gebracht. Die Konsequenz dieser Weigerung besorgniserregende Realitäten anzuerkennen: Das stetige Sin­ken der Fertilität führte letztendlich fast zu einem kompletten Geburtenstopp.

Familiäre Strukturen finden sich heute nur noch vereinzelt, das Herdentier Mensch lebt entgegen seines Instinkts alleine, abgegrenzt, in nahezu völliger Isolation. Die sozialen Sicherungssysteme liegen am Boden, Kosten für Ren­ten und Krankenkassen steigen auf exorbitante Werte. Grund dafür ist die erschreckende Überalterung unserer Gesellschaft: Kamen Anfang des 21. Jahrhunderts noch fünf Arbeitnehmer auf einen Rentner, hat sich dieses Verhältnis grundlegend gewandelt; so muss heute ein Arbeitnehmer theoretisch für drei Rentner aufkommen.

Der Staat ist nahezu bankrott, nachdem er – vergeblich – versuchte die großen Krankenkassen mit horrenden Subven­tionszahlungen vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Die Politik reagiert seit Jahren panisch und mit blindem Aktionismus: Nach der Einführung der 50-Stunden-Woche wird über das offizielle Renteneintrittsalter mit 85 debattiert. All diese Maßnahmen stellen jedoch reine Notlösungen dar, viel zu spät wurden ernsthafte Anstrengungen unternommen einen Ausweg zu finden. Die langfristigen Prognosen zeichnen ein düsteres Bild, der gesellschaftliche Kollaps scheint unausweichlich.

Einer Umfrage aus dem Jahr 2007 zufolge wußten 54% der deutschen Bevölkerung nichts mit dem Begriff „demographischer Wandel“ anzufangen.